Eigentlich wollte ich ja heute hier eine dieser netten Darstellungen aus dem xkcd.com Webcomic abbilden. Dieses wäre kein Problem gewesen, die netten Comics mit mathematisch-geekigem Hintergrund sind vom Autor Randall Munroe zur Darstellung bei Quellennennung freigegeben. Dann habe ich aber noch einmal darüber nachgedacht und entschieden es nicht zu tun:
Die Comics werden nämlich in einem Blag mit überaus geistreichen Texten kommentiert. Und da ich diese Texte hier schlecht wiedergeben kann, wäre eine Abbildung nur die Hälfte der Freude.
Begonnen habe ich meinen Rundgang im Hochspannungslabor der HTW Dresden, bis zu 150000 Volt lassen einem dort die Haare zu Berge stehen. Auch sehenswert war die Physik-Experimentalvorlesung “Von Archimedes bis Einstein” und die autonomen Roboter des Fachbereiches Landbau/Landespflege.
Weiter ging es dann ins Hörsaalzentrum der TU Dresden, wo an vielen Ständen naturwissenschaftliche Forschung präsentiert wurde. Im Barkhausen-Bau habe ich den schalltoten Raum besichtigt. Zweitausend Kubikmeter Raumvolumen, eintausend davon mit Glaswollelementen gefüllt, beachtliche Raumakustik: alles wird geschluckt. Was ich noch nicht wusste war die Tatsache, dass die Elektrotechniker der TU Dresden eine eigene Mobilfunkzelle (D-88) im Barkhausen-Bau zum Lehren und Lernen betreiben. Man kann sich in die Zelle frei einbuchen und dann im Telefonnetz der Technischen Universität kostenlos telefonieren, die Zelle läuft fast immer. Endlich habe ich mal so eine Anlage auf der Betreiberseite besichtigen können. Kurzmitteilungen und Telefongespräche mitschneiden ist dort überhaupt kein Problem, der Mobilfunkanbieter kann alles.
Interessant war auch die Theatervorstellung im Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, lehrreiche Inhalte wurden dort aufgelockert dargestellt. Der Innenhof des modernen Gebäudes bot einen guten Rahmen für die Veranstaltung, wirklich schön dort auch um was zu essen und zu entspannen. Abgeschlossen habe ich die Wissenschaftsnacht mit einer Vorlesung über die Kulturgeschichte des Vodkas im HSZ. Fazit: Russland finanziert sich über Vodka, und: nur aus Russland kommt orginal russischer Vodka.
Um es kurz zu sagen, eine sehr gelungene Veranstaltung an allen Orten. Die HTW Dresden konnte in ihrer Präsentation wirklich mit den anderen Einrichtungen, die ich besichtigt habe, mithalten. Insgesamt sind bei mir aber die “frontalen” Präsentationen besser angekommen als die Standpräsentationen mit Postern und TFTs. Ich bin froh in einem Alter zu sein in dem ich noch soviel lernen kann. Wissenschaftsnacht? Gerne wieder.
Heute findet die 3. Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften statt. Zwischen 18 und 1 Uhr gibt es im Stadtgebiet insgesamt über 200 Veranstaltungen. Hingehen, sehen und staunen!
Die Raumsonde Voyager 1 erreicht nach 28 Jahren Flugzeit nun die Grenzen unseres Sonnensystem (in ungefähr 14178000000 Kilometern Entfernung) und fliegt mit einer Geschwindigkeit von 19 Kilometern pro Sekunde weiter in den interstellaren Raum. Ich wünsche eine weitere gute Reise.
Update (Sommer 2009):
Voyager 1 ist immer noch aktiv und dient als wissenschaftliches Messgerät im äußeren Sonnensystem.
Wissenschaftler von der Universität Durham meinen herausgefunden zu haben, dass Sportler in roter Kleidung deutlich bessere Siegchancen haben. Entsprechende Artikel gab es heute bei stern.de und bei welt.de, die Orginalquelle ist “Nature” (Bd. 435, S. 293). Ich frage mich natürlich nun was Ursache und Wirkung ist. Sind Sportler die rot als Farbe wählen einfach körperlich besser, oder schüchtert wirklich die rote Trikotfarbe den Gegner ein? Vielleicht ist alles auch nur statistischer Zufall. Bei metacolor.de kann man sich ja mal die Lieblingsfarben von Männern und Frauen anschauen.
David Hilbert, einer der größten Mathematiker des 20. Jahrhunderts, hielt am 8. September 1930 in Königsberg eine Rede unter dem Titel “Naturerkennen und Logik”. Ein Ausschnitt von vier Minuten wurde für das Radio aufgezeichnet und ist bis heute erhalten geblieben (HilbertRadio.mp3).
Ein Transkript des Ausschnittes gibt es auch. Der Ausschnitt gipfelt in den Worten
“Wir müssen wissen, wir werden wissen.”
dem Ausspruch, der später auch auf sein Grab geschrieben wurde. Hilbert wehrte sich mit dieser Aussage gegen eine pessimistische Sicht der Wissenschaft. Er glaubte daran, dass wir die Welt verstehen und beschreiben können. Mir gefällt diese Vorstellung.
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