Für die Nutzung in Robotik-Experimenten war ich einige Zeit auf der Suche nach einem Starter-Kit als Kontrollplatine. Das System sollte rechenstark sein, wichtige Standardschnittstellen wie USB und Ethernet unterstützen, mit Linux laufen und mehrere, frei nutzbare Ein- und Ausgänge besitzen. Mit dem FOX Board G20 habe ich jetzt ein solches System gefunden.
Trotz des modularen Aufbaus aus dem Netus G20 CPU-Modul und einer Basisplatine mit Schnittstellen kann man das FOX Board G20 als Single Board Computer (SBC) auffassen. Single Board Computer sind Computersysteme, bei welchen alle notwendigen elektronischen Komponenten auf einer Leiterplatte zusammengefasst sind. Sie werden zumeist für Mess-, Steuer- oder Regelungszwecke genutzt. Der Sandwich-Aufbau des FOX Board ermöglicht den Neuentwurf der Basisplatine für spezifische Anwendungen und bietet damit eine erhöhte Flexibilität.

Das Netus G20 CPU-Modul beinhaltet eine ARM9-basierte CPU, genauer den Mikrocontroller AT91SAM9G20 von Atmel mit einer Taktfrequenz von 400Mhz. Mit 64 MByte RAM und 8 MByte Flashspeicher ist das CPU-Modul gut ausgestattet. Bei Abmessungen von 40×40mm für das CPU-Modul und 66×72 mm für die Trägerplatine ist das Board sehr kompakt. Die Möglichkeit microSD-Karten direkt einzustecken erlaubt die flexible Verwendung in vielen Anwendungen. Für die Nutzung in Robotik-Projekten spricht die Tatsache, dass auf der Trägerplatine viele Signale über nachbestückbare Stiftleisten direkt zugänglich sind. Bei Nutzung der Standard-Software sind von den 80 Pins dann 28 vollständig frei als Ein- oder Ausgang (GPIO) nutzbar, die restlichen Pins stellen Schnittstellenfunktionen wie SPI oder I2C zur Verfügung. Natürlich kann das Board aber auch anders konfiguriert werden.
Die Softwareunterstützung für das System ist gut, der verwendete Mikrocontroller wird vom Linux-Kernel standardmäßig unterstützt. Als Laufzeitsystem sind auf Debian und Gentoo basierende Images für die microSD-Karte verfügbar. Mit 150 Euro für Basisplatine und CPU-Modul ist es auch gerade so noch erschwinglich, das komplette Starterkit mit ein paar Zusatzteilen wie Netzteil, Gehäuse und microSD-Karte und ähnlichen Dingen ist für ungefähr 240 Euro erhältlich. Ein besonderes Plus ist die aktuelle Dokumentation im Wiki von ACME Systems, welche die wichtigsten Fragen zum Start mit dem Modul klärt.













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