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Herbst in Kasachstan

Es sieht fast so aus, als ob auch hier langsam Herbst werden würde. Die Bäume verlieren ihre Blätter, und die ganze Stadt ist voller Laub. Zudem ist es heute recht kühl, der Himmel ist bedeckt und es hat in der Nacht ganz leicht geregnet. Tagsüber sind so 20 – 25 Grad, in der Nacht ist es aber schon deutlich kühler.

Letztes Wochenende war ich in den Bergen bei Almaty und habe Medeu, eine Eisschnelllaufbahn, und Shymbulak, eine Region in den Bergen besucht. Ich bin nicht bis ganz auf die Bergspitze gestiegen, aber ich war auf ungefähr 2970 Metern Höhe, das ist höher als die Zugspitze.
Heute ist es hier im Institut sehr ruhig, die Erstsemester sind alle im Außengelände, fegen Laub und sammeln Müll, also so eine Art Herbstputz. So etwas ist in Deutschland nicht mehr vorstellbar.

Für das nächste Wochenende war eigentlich eine Tour in die Berge zum Klettern geplant, leider bin ich etwas erkältet und weiß noch nicht ob ich die Nacht draußen verbringen möchte.

Nächste Woche findet hier eine Konferenz am Institut statt, auch wenn ich wahrscheinlich nicht viel verstehe möchte ich mir ein paar Vorträge anhören.

Heute Nachmittag nach der Arbeit gehe ich noch in die Bibliothek des Goethe-Institutes von Almaty, eine deutschsprachige Bibliothek mit 5000 Büchern und allen wichtigen deutschen Tageszeitungen und Magazinen um mal ein wenig zu lesen.

Bericht aus Zentralasien

Ich bin jetzt seit 4 Wochen in Zentralasien und immer noch ist alles ziemlich faszinierend. Seit 2 Wochen arbeite ich nun im Institute for Power Engineering und Telecommunication, meine Arbeitsstelle ist ziemlich entspannt. Ich bekomme 15000 Tenge im Monat, das sind in ungefähr 100 Euro und entspricht in etwa dem Verdienst eines Mitarbeiters am Institute. Meine Arbeitszeit kann ich ziemlich frei wählen, meist arbeite ich von 10.30 bis 16.00 Uhr, mit einer halben Stunde Mittag. Im Institut gibt es zum Glück Internet, allerdings nur spärlich mit Proxy und Quota, also Mengenbeschränkung.

Meine Aufgabe ist es, einen Informations-Webserver für die Studenten des Institutes zu installieren. Außerdem ist mein betreuender Professor an einer Websoftware zur Verwaltung der Noten der Studenten interessiert, da er gesehen hat, wie ich mich im System der HTW angemeldet habe um meine Prüfungsergebnisse abzurufen. Diese habe ich im Übrigen alle bestanden. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr locker, ich habe einen Arbeitsplatz in einem Computer-Klassenraum und sitze dort mit dem Administrator des Rechner-Pools. Der versteht sogar ein wenig Englisch und auch seine Arbeit ist ziemlich entspannt, da die Semesterferien bis Ende August Ferien andauern, und deshalb nur spärlich Studenten am Institut sind. Alles ziemlich entspannend.

Almaty

In Almaty gibt es auch Internetcafés, ich hatte in der ersten Zeit in Kasachstan allerdings noch keine Gelegenheit eine Weile im Internetcafé zu verbringen. Wenn ihr das hier lest, habe ich Netzzugang gefunden.

Almaty ist viel moderner als von mir ursprünglich erwartet, es gibt viele Gemeinsamkeiten im Vergleich zu Europa, allerdings auch einige Unterschiede.

Es gibt Supermärkte mit einem mit Europa vergleichbaren Angebot, man kann für Preise, die allerdings teurer sind als in Europa, deutsche, französische und italienische Markenprodukte kaufen. Die einheimischen Lebensmittel und Produkte sind viel günstiger und erschwinglich. Es gibt viele Märkte und Basare, die Produkte dort sind von chinesischer Qualität und sehr günstig, oder von besserer Qualität und im Vergleich teuer.

Der Verkehr in der Stadt ist der Wahnsinn, hier hat niemand etwas von TÜV gehört, voll getönte Scheiben in alten klapprigen Autos sind kein Problem. Die Straßen sind in der Stadt zum Großteil ordentlich asphaltiert und gespurt, die Spurkennzeichnung ist aber in keiner Weise zwingend. Der Verkehr ist meist sehr dicht, geblinkt wird selten, gehupt viel eher. Viele der Autos fungieren ohne spezielle Kennzeichnung als Taxi, man stellt sich einfach an den Straßenrand winkt, verhandelt mit dem Fahrer über Ziel und Preis und fährt dann mehr oder weniger sicher an sein Ziel. Anschnallen tut sich in Kasachstan fast keiner. Ein nicht vernachlässigbarer Teil der Autos sind Rechtslenker, da diese als Importe aus Ostasien im Vergleich günstiger sind. An Tankstellen wird man von einem Tankwart betankt, Self-Service wie in Europa gibt es hier nicht.

Es ist sehr günstig mit dem Bus unterwegs zu sein, man bezahlt pro Fahrt 40 Tenge, das entspricht ungefähr 25 Cent. Jeder Bus hat neben dem Fahrer einen Kassierer, der die Haltestellen während der Fahrt ansagt und den Fahrpreis einsammelt. Die Bushaltestellen sind allerdings sehr unübersichtlich, Busfahrpläne und Linien sind an fast keiner Bushaltestelle ausgeschrieben. Um an sein Ziel zu kommen ist man auf Intuition und Erfahrung angewiesen, zur Not muss man Nachfragen bzw. die Aufschriften der Busse beachten. Es gibt sehr viele Busse und Linien, obwohl die Straßenzüge Manhattan-mäßig sehr regelmäßig aufgebaut sind und es quasi nur 10-15 Hauptstraßen gibt. Viele der Busse, die hier fahren, sind sehr alt und ausgemusterte europäische Modelle. In der letzten Woche habe ich deutschsprachige Werbung für Geschäfte in Köln und Liniennetzpläne für Hamburg von 1991 in den Bussen gesehen. Fast jede Bushalte im inneren Stadtgebiet hat einen Kiosk, oder ein Kiosk ist nicht weit entfernt.

Kasachstan

Hintergrund: Im Sommer 2006 war ich während meines Studium zum IAESTE-Studentenaustausch in Almaty, Kasachstan. Die Beiträge habe ich dort geschrieben und zumeist nachträglich beim entsprechenden Datum eingefügt, da nicht immer Internet vorhanden war.

Seit ich letzten Montag in Kasachstan angekommen bin, habe ich so viel erlebt, dass kaum Zeit war etwas aufzuschreiben. Das möchte ich jetzt nachholen.

Zu allererst: Mir geht es hier gut, von Dienstag bis Freitagabend war ich in Almaty, habe in der Stadt und Umgebung mit den anderen europäischen Studenten Ausflüge unternommen und mich ein wenig eingelebt. Die Gruppe der IAESTE-Studenten hier ist multieuropäisch, es sind Studenten aus Deutschland, Portugal, Norwegen, Dänemark, Spanien, England, Italien, Polen, Finnland und der Schweiz hier. Untereinander wird Englisch gesprochen, ein paar Studenten haben Russisch-Kenntnisse und können weiterhelfen, wenn mit Einheimischen geredet wird, da diese eher selten Englisch sprechen.

Der Flug von Frankfurt über Istanbul nach Almaty verlief ohne Probleme. Trotz der Tatsache, dass es mein erster Flug war und ich vorher ein wenig nervös war, hat das Fliegen mit Turkish Airlines Spaß gemacht. Der Flug war für mich sehr unproblematisch, die Flughäfen in Frankfurt und Istanbul sind sehr viel besser organisiert als jeder Bahnhof den ich kenne und alles war wirklich einfach.

Untergebracht bin ich mit den anderen in einem Studentenwohnheim, zwei Personen teilen sich jeweils ein Zimmer. Die Ausstattung ist einfach, aber es gibt sogar eine kleine Küche mit einem Herd. Viele einheimische Studenten habe ich allerdings noch nicht getroffen, anscheinend sind zur Zeit Ferien oder sie sind andernorts untergebracht.

In Almaty habe ich eine kasachische Mobilfunknummer (Prepaid-Anbieter: Beeline, 1000 Tenge für die SIM-Karte mit 700 Tenge Startguthaben). Umtauschkurs ist etwa 1 Euro in 150 Tenge. An verschiedene Mobilfunknummern in Deutschland kann ich aber anscheinend keine Kurznachrichten schicken.

Nachtrag: In Kirgisistan funktioniert die kasachische Karte gar nicht. Das ist sehr schade, da ich von dort keine Nachrichten nach Deutschland schicken kann.