Umstieg von Gentoo auf Ubuntu

Ich habe diese Woche meine zwei Rechner mit Ubuntu 6.10 (Edgy Eft) installiert und damit Gentoo auf diesen Rechnern abgelöst. Die Installation verlief auf beiden Rechnern problemlos, nur der Dialog zur Platten-Partionierung war etwas hackelig, durch Neupartitionierung war das Problem aber zu lösen.

Das Installieren der Updates verlief zügig und ohne sichtbare Fehler. Auf dem Thinkpad mit SuperSavage-Grafik funktionierte Direct-Rendering Out-of-the-Box, beim Desktop musste ich noch die proprietären fglrx-Treiber von ATI installieren und konfigurieren. Bis jetzt fand sich sämtliche Software, die ich brauchte, in den verfügbaren Quellen.

Der Umstieg von Gentoo zu Ubuntu hatte folgende Gründe:

  • Gentoo ist im Moment nicht mehr so trendy wie noch vor zwei Jahren, viele Entwickler verlassen das Projekt und widmen sich anderen Distributionen. Die Pakete scheinen deswegen nicht mehr überall so gepflegt wie ich mir das vorstelle.
  • Da bei Gentoo aus dem Quellcode installiert wird benötigen Updates lange Compilerläufe, die mir persönlich jetzt zu lange dauern. Updates bei Bibliotheken können wenn Abhängigkeiten zu OpenOffice, Firefox oder X auftreten in wahre Compile-Marathons ausarten. Manchmal erscheinen dann weitere Updates bevor der letzte Compile-Lauf beendet ist.
  • Die Paketverwaltung bei Gentoo ist für Nutzer ausgelegt die Fehler und Sicherheitsmängel durch Updates auf neue oder neueste Programmversionen lösen. Das reine Fixen von Sicherheitsmängeln oder Fehlern bei Beibehaltung des Featureumfangs scheint bei Gentoo nicht unbedingt Priorität zu haben. Viel Entwicklerarbeit basiert auf den jeweilig neueste Softwarerevisionen. Ich möchte in Zukunft vor allem ein stabiles System mit halbwegs aktuellen Versionen.
  • Konfiguration ist bei Gentoo immer noch viel Handarbeit. Ich finde es sehr nützlich die Kommandozeile benutzen zu können, habe aber auch nichts gegen automatisierte, graphische Lösungen wo sie sinnvoll, funktional und effektiv sind. Bei Ubuntu erhoffe ich mir weniger Administrationsaufwand.

Generell bin ich mit Gentoo nicht unzufrieden gewesen, meine Ziele und Anforderungen haben sich aber dahingehend geändert, dass ich ein System möchte bei dem Stabilität vor Aktualität steht.

Natürlich hat der Wechsel auch ein paar Nachteile:

  • Subjektiv erscheint mir Ubuntu ein wenig langsamer als mein Gentoo, allerdings nicht soviel, dass ich es als störend empfinde. Hier kann man aber sicher noch ein paar Anpassungen vornehmen. Der empfundene Unterschied kann auch daher herrühren, dass ich gleichzeitig von XFCE auf Gnome gewechselt bin.
  • In Liferea werden anscheinend keine https-Anfragen unterstützt. Hier werde ich eventuell ein Nichtdistributionspaket installieren.
  • Das angesammelte Wissen über die Erstellung von ebuilds ist jetzt nutzlos, das Wissen zum Erstellen eigener Pakete für Ubuntu muss ich mir neu aneignen.

Bis jetzt scheint mir der Wechsel aber eine gute Entscheidung.

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